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Supabase oder Firebase für dein erstes eigenes Tool

Eine echte relationale Datenbank mit planbarem Preis oder eine flexible Google-Infrastruktur mit nutzungsbasierter Abrechnung. Für dein erstes Tool zählt vor allem die Frage, wie leicht du wieder rauskommst.

Tommy Hummel-Nguyen
Tommy Hummel-Nguyen · Ingenieur, kein Softwareentwickler ·

Beide Anbieter versprechen dasselbe: eine Datenbank, Nutzerkonten und Serverfunktionen, ohne dass du eigene Infrastruktur betreiben musst. Für dein erstes eigenes Tool klingt das fast austauschbar. Der Unterschied zeigt sich erst, wenn du fragst, was für eine Datenbank tatsächlich dahintersteckt und wie leicht du sie später wieder verlassen kannst, falls dein Tool wächst oder du etwas anderes brauchst.

Kurz gesagt

Supabase baut auf echtem, offenem Postgres, einer verbreiteten SQL-Datenbank mit planbarem Preis, der kostenlose Tarif reicht für einen ersten Test, danach ein fester Einstieg bei 25 US-Dollar im Monat. Firebase nutzt die proprietäre NoSQL-Datenbank Firestore mit nutzungsbasierter Abrechnung, die schon bei kleinem Volumen den kostenpflichtigen Blaze-Tarif verlangt, sobald bestimmte Funktionen genutzt werden. Für ein erstes eigenes Tool ist Supabase die planbarere und leichter wechselbare Basis, Firebase lohnt sich vor allem im Google-Ökosystem.

Was für eine Datenbank tatsächlich dahintersteckt

Supabase basiert auf Postgres, einer klassischen relationalen SQL-Datenbank, die es seit Jahrzehnten gibt und die auf unzähligen anderen Plattformen genauso läuft. Dazu kommen fertige Bausteine wie Zeilen-basierte Zugriffsrechte, eine Authentifizierung mit über zwanzig Anmeldeanbietern und Unterstützung für Vektorsuche, etwa für RAG-Anwendungen. Weil es echtes Postgres ist, lässt sich eine Datenbank bei Bedarf exportieren und woanders weiterbetreiben.

Firebase setzt auf Firestore, eine dokumentenbasierte NoSQL-Datenbank, die Google speziell für die eigene Plattform entwickelt hat. Das Datenmodell ist flexibler in der Struktur, aber enger an Googles eigene Werkzeuge gebunden, etwa Cloud Functions oder die Google-Authentifizierung. Ein Wechsel weg von Firebase bedeutet in der Regel, das Datenmodell für eine andere Datenbank neu zu bauen, nicht nur eine Datei zu exportieren.

Was es kostet, und wie planbar das ist

Supabase hat einen kostenlosen Tarif mit 500 Megabyte Datenbankspeicher, 1 Gigabyte Dateispeicher, bis zu 50.000 aktiven Nutzern im Monat und unbegrenzten API-Aufrufen, allerdings ohne Backups und mit Projekten, die nach sieben Tagen Inaktivität pausieren. Der nächste Schritt ist der Pro-Tarif für 25 US-Dollar im Monat pro Projekt, der ein monatliches Guthaben für Rechenleistung enthält, sodass die meisten kleineren Projekte tatsächlich bei diesen 25 Dollar bleiben.

Firebase hat mit dem Spark-Tarif ebenfalls eine kostenlose Stufe, mit festen täglichen Grenzen wie 50.000 Lesevorgängen und 20.000 Schreibvorgängen in der Firestore-Datenbank. Der Haken: mehrere häufig gebrauchte Funktionen, etwa Cloud Functions in größerem Umfang oder bestimmte Formen der Telefonauthentifizierung, verlangen den Wechsel auf den nutzungsbasierten Blaze-Tarif, auch wenn dein tatsächliches Datenvolumen noch klein ist. Danach wird jede Nutzung oberhalb der kostenlosen Grenzen einzeln abgerechnet, etwa 0,06 US-Dollar je 100.000 Lesevorgänge.

Die Entscheidung in einer Tabelle

SupabaseFirebase
DatenbanktypPostgres, relational, offenFirestore, dokumentenbasiert, proprietär
Kostenloser Tarif500 MB Datenbank, 50.000 aktive Nutzer im Monat50.000 Lesevorgänge, 20.000 Schreibvorgänge täglich
Preis nach dem kostenlosen TarifFest ab 25 US-Dollar im MonatNutzungsbasiert, ohne festen Deckel
Wechsel zu einem anderen AnbieterVergleichsweise einfach, echtes SQLAufwendiger, proprietäres Datenmodell
Passt besonders zuEinem ersten eigenen Tool mit planbarem BudgetProjekten, die bereits im Google-Ökosystem gebaut werden

Was ich empfehle

Ich denke, für ein erstes eigenes Tool zählt vor allem, wie leicht du wieder rauskommst, falls sich etwas ändert, das Tool wächst oder du mit Claude Code einfach direkt mit SQL arbeiten willst statt dich in ein proprietäres Datenmodell einzuarbeiten. Supabase gibt dir mit echtem Postgres und einem planbaren Festpreis genau diese Sicherheit. Firebase lohnt sich dort, wo du ohnehin schon auf Google baust und Funktionen wie Echtzeit-Synchronisation direkt brauchst, solltest dann aber die nutzungsbasierte Abrechnung von Anfang an im Blick behalten, statt sie erst bei der ersten hohen Rechnung zu bemerken.

Quellen: Supabase Pricing in 2026 (uibakery.io) · Firebase Pricing 2026: Total Cost & Competitors Compared (checkthat.ai) · Firebase Pricing 2026 (getpricepulse.com)

Häufige Fragen

Ist der kostenlose Tarif von Supabase für ein erstes Tool ausreichend?

Für ein Testprojekt oder eine kleine Anwendung mit wenigen Nutzern meistens ja. 500 Megabyte Datenbankspeicher und bis zu 50.000 aktive Nutzer im Monat sind für einen ersten Test großzügig bemessen, allerdings gibt es keine Backups und Projekte pausieren nach sieben Tagen ohne Aktivität.

Kann ich bei Firebase komplett kostenlos bleiben?

Nur solange du ausschließlich Funktionen im Spark-Tarif nutzt. Sobald du Cloud Functions in größerem Umfang oder bestimmte Authentifizierungsarten brauchst, verlangt Firebase den Wechsel auf den nutzungsbasierten Blaze-Tarif, selbst bei geringem Datenvolumen.

Warum ist Supabase leichter zu wechseln als Firebase?

Weil Supabase auf echtem, offenem Postgres basiert, einer weitverbreiteten SQL-Datenbank, die du bei Bedarf exportieren und woanders weiterbetreiben kannst. Firebase nutzt mit Firestore ein proprietäres NoSQL-Format, das enger an Googles eigene Infrastruktur gebunden ist.

Lohnt sich Firebase trotzdem für ein erstes Tool?

Ja, vor allem wenn du bereits in Googles Ökosystem baust oder Funktionen wie Echtzeit-Synchronisation direkt brauchst. Dann sparst du dir Integrationsaufwand, solltest die nutzungsbasierte Abrechnung aber von Anfang an im Blick behalten.

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