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Prompt Caching in Claude Code, wie du Kosten automatisch senkst

Claude Code merkt sich, was es beim letzten Mal schon verarbeitet hat, und verlangt dafür nur einen Bruchteil des normalen Preises. Wie das Zwischenspeichern funktioniert, und was es kaputt macht.

Tommy Hummel-Nguyen
Tommy Hummel-Nguyen · Ingenieur, kein Softwareentwickler ·

Du stellst nach fünf Minuten eine weitere Frage im selben Gespräch, und die Antwort kommt spürbar schneller und günstiger als die erste. Kein Zufall: Claude Code muss nicht den kompletten Kontext neu verarbeiten, es liest den unveränderten Teil einfach aus einem Zwischenspeicher, dem Prompt Cache.

Kurz gesagt

Claude Code cacht automatisch Systemanweisung, Werkzeugdefinitionen, CLAUDE.md und den wachsenden Gesprächsverlauf, ohne dass du dafür etwas einstellen musst. Ein Treffer im Cache kostet rund 90 Prozent weniger als normale Eingabe. Das einmalige Schreiben in den Cache kostet dafür etwas mehr als der normale Preis, zahlt sich aber schon beim zweiten Treffer wieder aus. Der Effekt ist am größten bei langen, wiederkehrenden Sitzungen mit viel gleichbleibendem Kontext, verpufft aber bei einem Modellwechsel oder einer längeren Pause.

Wie das Zwischenspeichern technisch funktioniert

Jede Anfrage an Claude beginnt mit demselben Anfang: Systemanweisung, Werkzeugdefinitionen, Projektkontext, dann der bisherige Verlauf. Nur das Ende, deine neue Nachricht, ändert sich von Anfrage zu Anfrage wirklich. Anthropic vergleicht den Anfang jeder neuen Anfrage mit dem, was es kürzlich schon verarbeitet hat. Passt dieser Anfang exakt zu etwas Bekanntem, wird dieser Teil aus dem Zwischenspeicher gelesen statt komplett neu durchgerechnet, und nur das wirklich Neue am Ende wird voll verarbeitet. Der Abgleich ist dabei exakt: schon eine einzige Änderung irgendwo im vorderen Teil lässt den gesamten Rest danach wieder neu berechnen.

Was es kostet

Ein Rechenbeispiel aus der offiziellen Dokumentation von Anthropic zeigt den Effekt: ein 100.000 Token großes Dokument, das zehnmal innerhalb der Cache-Laufzeit wiederverwendet wird.

AnfrageOhne ZwischenspeicherMit Zwischenspeicher
Erste AnfrageNormalpreis1,25-facher Preis, weil neu geschrieben wird
Anfrage 2 bis 10Jeweils NormalpreisJeweils nur ein Zehntel des Normalpreises
Ergebnis über 10 Anfragen10-facher NormalpreisRund 87 Prozent günstiger insgesamt

Für die kurze, fünfminütige Cache-Variante zahlst du beim ersten Schreiben das 1,25-Fache des normalen Eingabepreises, für die einstündige Variante das Doppelte. Jeder Treffer danach kostet nur noch rund ein Zehntel des Normalpreises. Auf einem Claude Abo bekommt dein Hauptgespräch normalerweise die längere, einstündige Laufzeit, solange du innerhalb deines Plankontingents bleibst, bei Zahlung über die API sind es standardmäßig nur fünf Minuten, außer du stellst das selbst um.

Was Claude Code automatisch cacht, und was den Cache zerstört

Claude Code ordnet jede Anfrage bewusst so an, dass sich selten ändernde Inhalte zuerst kommen: Systemanweisung und Werkzeugdefinitionen ganz vorne, danach CLAUDE.md und Projektkontext, ganz am Ende der eigentliche Gesprächsverlauf. Das erklärt, warum manche Aktionen den Cache kaputt machen und andere nicht. Einen Modellwechsel, einen Wechsel des Effort-Levels, das manuelle Kompaktieren mit /compact, ein Update von Claude Code oder das Sperren eines kompletten Werkzeugs während der Sitzung zerstört den bisherigen Cache, weil sich dadurch etwas ganz vorne in der Anfrage ändert. Eine Datei im Projekt zu bearbeiten, den Freigabemodus zu wechseln oder eine Skill aufzurufen dagegen nicht, weil das nur am Ende angehängt wird.

Ich denke, der größte praktische Hebel daraus ist simpel: Modell und Effort-Level am Anfang einer Sitzung festlegen und dann möglichst nicht mehr mittendrin wechseln. Jeder Wechsel fühlt sich im Moment harmlos an, kostet aber die nächste Anfrage in voller Höhe, weil der gesamte Verlauf neu durchgerechnet wird. Zusammen mit dem bewussten Trennen von Aufgaben über /clear ist das der wirksamste Weg, die Kosten planbar zu halten, ohne dass du dich überhaupt aktiv um Prompt Caching kümmern musst.

Quellen: Prompt caching (Claude Platform Docs) · How Claude Code uses prompt caching (Claude Code Docs)

Häufige Fragen

Muss ich Prompt Caching in Claude Code manuell aktivieren?

Nein. Claude Code übernimmt das automatisch im Hintergrund, du musst nichts einstellen, damit es greift.

Wie viel günstiger ist ein Cache-Treffer wirklich?

Rund 90 Prozent günstiger als normale Eingabe, also etwa ein Zehntel des Standardpreises pro Token.

Warum ist das erstmalige Zwischenspeichern selbst teurer als normal?

Weil das einmalige Schreiben in den Cache 1,25-mal den normalen Eingabepreis kostet bei der kurzen, fünfminütigen Variante, oder das Doppelte bei der einstündigen Variante. Erst der nächste Treffer zahlt sich aus.

Was zerstört den Cache mitten in einer Sitzung?

Unter anderem ein Modellwechsel, ein Wechsel des Effort-Levels, das Kompaktieren des Gesprächs mit /compact, ein Update von Claude Code oder ein MCP-Server, der neu verbindet, wenn seine Werkzeugdefinitionen fest im Kontext liegen.

Willst du das bei dir umsetzen?

In der Community zeige ich, was bei mir hält. Im Erstgespräch schauen wir uns dein Vorhaben konkret an.