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Preiskalkulationen mit KI prüfen, als zweite Meinung

Der Stundensatz ist vor Jahren einmal überschlagen worden, seitdem rechnest du im Kopf weiter. Wie du Claude als Kontrollrechnung nutzt, bevor ein Preis rausgeht.

Tommy Hummel-Nguyen
Tommy Hummel-Nguyen · Ingenieur, kein Softwareentwickler ·

Der Stundensatz ist vor drei Jahren einmal auf einem Zettel überschlagen worden. Seitdem rechnest du im Kopf weiter, plus ein Aufschlag nach Gefühl. Wann hast du zuletzt nachgerechnet, ob das überhaupt noch stimmt?

Kurz gesagt

Claude prüft eine bestehende Kalkulation gegen die üblichen Fehlerquellen: zu viele angesetzte produktive Stunden, vergessene Gemeinkosten, fehlender Unternehmerlohn. Es rechnet nach, ob deine eigenen Zahlen zusammenpassen, und weist auf Lücken hin. Es ersetzt keine Steuerberatung und keine Markteinschätzung, was ein Kunde tatsächlich zu zahlen bereit ist, bleibt deine Entscheidung. Als zweite Meinung vor dem Versenden eines Angebots ist das trotzdem wertvoll.

Wo die üblichen Fehler liegen

Wer sich selbstständig macht, unterschätzt fast immer denselben Posten: die eigene Zeit. Wer mit 1.800 Stunden im Jahr rechnet, aber tatsächlich nur 1.400 davon produktiv abrechenbar sind, kalkuliert seinen Stundensatz rund 22 Prozent zu niedrig. Dazu kommen zwei klassische Lücken: vergessene Gemeinkosten wie Versicherungen, Software oder Kammerbeiträge, und ein vergessener Unternehmerlohn. Wer sich nur aus dem, was am Ende übrig bleibt, bezahlt, hat streng genommen keinen kalkulierten Preis, sondern ein Hobby mit Umsatz.

Was du wirklich automatisierst

Claude rechnet deine Fixkosten pro Stunde nach, vergleicht sie mit deinem angesetzten Stundensatz und listet typische vergessene Posten auf, etwa Unternehmerlohn oder Rücklagen für Ausfallzeiten. Es kennt weder deine Konkurrenz noch wie viel ein bestimmter Kunde für deine Leistung tatsächlich zahlen würde. Diese Grenze zwischen Rechnung und Markteinschätzung ist keine Kleinigkeit, sie ist der Unterschied zwischen einer Kontrollrechnung und einer Geschäftsentscheidung.

Der Ablauf, der reicht

Gib Claude deinen angestrebten Stundensatz, die geplanten produktiven Stunden im Jahr, alle Fixkosten und den gewünschten Unternehmerlohn. Bitte um eine Gegenrechnung: passt das zusammen, und welche Posten fehlen typischerweise in einer solchen Liste. Dieselbe Logik wie beim Angebot erstellen: Fakten rein, Rechnung raus, die letzte Entscheidung bleibt bei dir.

Ein konkretes Beispiel: Du gibst 1.700 geplante Jahresstunden, 45 Euro angestrebten Stundensatz und eine grobe Fixkostenliste an. Claude rechnet nach, wie viele Stunden davon realistisch abrechenbar sind, wenn du Urlaub, Krankheit und unbezahlte Verwaltungszeit abziehst, und zeigt, ob der Stundensatz bei dieser Stundenzahl noch deinen Unternehmerlohn deckt. Häufig ist das Ergebnis ernüchternd, aber genau dafür ist die Kontrollrechnung da, bevor ein zu niedriger Preis erst im Angebot landet und dann monatelang gilt.

Wo die Grenze ist

Der Marktpreis, der Verhandlungsspielraum bei einem bestimmten Kunden, ob ein Rabatt Sinn ergibt, das kann keine Kontrollrechnung beantworten. Claude prüft, ob deine eigene Logik stimmig ist. Ob dein Preis am Markt bestehen kann, weißt nur du, aus Erfahrung mit genau diesen Kunden.

Quelle: Preiskalkulation für Selbstständige: Warum die meisten zu günstig starten (das-unternehmerhandbuch.de)

Häufige Fragen

Kann Claude mir einfach den richtigen Preis nennen?

Nein. Es kann nachrechnen, ob deine eigene Kalkulation intern stimmt, aber es kennt weder deinen Markt noch was ein bestimmter Kunde zu zahlen bereit ist. Das bleibt deine Einschätzung.

Was, wenn ich meine Fixkosten gar nicht genau kenne?

Dann ist das selbst schon das Ergebnis der Prüfung. Claude kann dir eine Liste typischer Kostenpositionen geben, die du dann mit echten Zahlen aus deinen eigenen Unterlagen füllst, nicht mit geschätzten.

Ersetzt das eine Steuerberatung zur Kalkulation?

Nein. Bei Fragen zu Umsatzsteuer, Abschreibungen oder rechtlich korrekter Buchführung bleibt dein Steuerbüro zuständig, genau wie beim Sortieren von Belegen.

Willst du das bei dir umsetzen?

In der Community zeige ich, was bei mir hält. Im Erstgespräch schauen wir uns dein Vorhaben konkret an.