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Claude Code Output Styles, wie du den Ton deines Agenten änderst

Claude antwortet standardmäßig wie ein Softwareentwickler, kurz und aufgabenorientiert. Wie du mit Output Styles Ton und Format grundlegend änderst, ohne jedes Mal neu zu erklären, wie du es haben willst.

Tommy Hummel-Nguyen
Tommy Hummel-Nguyen · Ingenieur, kein Softwareentwickler ·

Standardmäßig antwortet Claude Code wie ein Softwareentwickler unter Zeitdruck: knapp, aufgabenorientiert, ohne viel Drumherum. Für manche Aufgaben willst du aber lieber mehr Erklärung, oder umgekehrt noch kürzere Antworten. Output Styles sind genau dafür da, ohne dass du das bei jeder einzelnen Nachricht neu erklären musst.

Kurz gesagt

Ein Output Style ändert grundlegend, wie Claude antwortet, nicht was es weiß, weil er Teil der Systemanweisung wird. Claude Code bringt fünf eingebaute Styles mit: Default für normales Arbeiten, Proactive für mehr Eigeninitiative, Concise für kürzere Antworten, Explanatory und Learning mit zusätzlichen Erklärungen beim Programmieren. Ein eigener Style lässt sich als kurze Markdown-Datei anlegen. Gewechselt wird über /config, wirksam wird die Änderung aber erst nach /clear oder einer neuen Sitzung.

Was ein Output Style technisch verändert

Ein Output Style modifiziert direkt die Systemanweisung, mit der jede Sitzung startet, also die grundlegende Rolle, den Ton und das Standardformat der Antworten. Das unterscheidet ihn von CLAUDE.md, das eher wie eine Nachricht mit Projektwissen wirkt, ohne den grundsätzlichen Ton zu ändern. Weil Claude Code die Systemanweisung nur einmal beim Sitzungsstart lädt, wirkt eine Änderung des Output Style erst nach /clear oder dem nächsten Sitzungsstart, mitten in einem laufenden Gespräch bleibt der bisherige Style aktiv.

Die eingebauten Styles im Überblick

  • Default: die normale Grundeinstellung für Softwareentwicklung, effizient und aufgabenorientiert.
  • Proactive: Claude handelt sofort, trifft bei Routineentscheidungen eigenständig eine vernünftige Annahme, statt nachzufragen, unabhängig vom eingestellten Freigabemodus.
  • Concise: Ergebnis zuerst, kaum Vorrede, kurze Standardantworten. Bei einer expliziten Nachfrage nach mehr Details antwortet Claude trotzdem ausführlich, und Fehlerberichte oder Warnungen vor riskanten Aktionen bleiben immer vollständig.
  • Explanatory: baut zusätzliche kurze Einblicke in Implementierungsentscheidungen und Muster im Code ein, gut zum Mitlernen beim Arbeiten.
  • Learning: geht noch weiter und lässt dich selbst kleine, gezielte Codestücke beisteuern, markiert mit TODO(human) an der Stelle, wo du selbst ran musst.

Einen eigenen Output Style anlegen

Ein eigener Style ist im Kern eine Markdown-Datei mit einer kurzen Kopfzeile aus Name, Beschreibung und der Option keep-coding-instructions, die entscheidet, ob Claudes eingebaute Programmieranweisungen erhalten bleiben oder nicht. Darunter folgt einfach der Text, der zusätzlich in die Systemanweisung einfließt. Für alle Projekte legst du die Datei unter ~/.claude/output-styles/ ab, nur für ein einzelnes Projekt unter .claude/output-styles/ im Projektordner. Danach wählst du sie wie die eingebauten Styles über /config aus.

Abgrenzung zu CLAUDE.md, Skills und Subagents

Diese Features werden leicht verwechselt, lösen aber unterschiedliche Probleme. Ein Output Style ändert die Systemanweisung und wirkt auf jede einzelne Antwort. CLAUDE.md fügt stattdessen Projektwissen als Nachricht nach der Systemanweisung ein. Eine Skill lädt themenspezifisches Wissen nur bei Bedarf nach, statt dauerhaft Teil des Systems zu sein. Ein Subagent bekommt eine eigene, komplett unabhängige Systemanweisung für eine Teilaufgabe, ein Output Style ändert an dieser eigenen Anweisung nichts, er gilt nur im Hauptgespräch.

Ich denke, Explanatory oder Learning lohnen sich vor allem, wenn du selbst gerade dabei bist, Claude Code oder eine neue Codebasis besser zu verstehen. Sobald du eine Aufgabe gut kennst, wird Default oder sogar Concise meist die produktivere Wahl, einfach weil du die zusätzliche Erklärung dann gar nicht mehr brauchst.

Quellen: Output styles (Claude Code Docs)

Häufige Fragen

Wie wechsle ich den Output Style in Claude Code?

Mit /config im Terminal und dort den Eintrag Output style auswählen. Der frühere eigene Befehl /output-style wurde 2026 abgeschafft.

Was ist der Unterschied zwischen einem Output Style und CLAUDE.md?

Ein Output Style ändert grundsätzlich Ton und Format jeder Antwort, weil er Teil der Systemanweisung wird. CLAUDE.md liefert dagegen Projektwissen wie Konventionen und Kontext, ohne den Ton zu verändern.

Kann ich einen eigenen Output Style erstellen?

Ja, als einfache Markdown-Datei mit kurzer Kopfzeile unter ~/.claude/output-styles für alle Projekte oder .claude/output-styles für nur ein Projekt.

Wirkt eine Änderung des Output Style sofort?

Nein. Claude Code liest die Systemanweisung nur einmal beim Start einer Sitzung, ein neuer Style greift erst nach /clear oder einer neuen Sitzung.

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